Liebherr 574

Umbau eines Bruder Radladers zum RC Modell

Einen ferngesteuerten Radlader wollte ich schon immer mal bauen, die ganze Sache scheiterte jedoch immer schon im Ansatz an den hohen Kosten. Selbst wenn man das Modell komplett im eigenbau erstellt, so kommt man unter 500 Euro kaum an eine leistungsfähigen Hydraulikanlage.
Im Modelltruck.net fand ich dann die Lösung. Dort gibt es einige Umbauberichte des Bruder Liebherr 574 nicht mit Hydraulik sondern mit mechanischen Antreib für die Hub- und Kippfunktion der Schaufel.

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Gekauft und zerlegt!

Kurzerhand wurde ein Radlader erworben und die restlichen Komponenten wie Motoren, Zahnräder, Lagerbuchsen, Endschalter, u.s.w. bei Conrad bestellt.

Am gleichen Abend habe ich dann den Radlader in seine Einzelteile zerlegt um mir einen Überblick zu verschaffen.


Hinterachse und Räder

Die original Achse wurde zersägt und mit einem Scharfen Messer aus den Felgen geschnitten, mit dem Dremel wurden die letzten Reste entfernt.

Die Hinterachse besteht aus zwei Flacheisen zur Verbindung der Motorhalteplatten die ich aus 2mm Alublech gefertigt habe.
Die beiden Radaufnahmen werden mittels Madenschrauben direckt auf den Getriebeausgangswellen der 1:100 untersetzten Motoren geklemmt.

In die Reifen habe ich Aluminiumrohre Durchmesser 75mm x 70mm 42mm Lang zur Stabilisierung und Abdichtung eingeklebt.

und so schaut das aus wenn die Reifen auf der Radaufnahme verschraubt sind.
Auf diese Wiese konnte ich die original Reifen verwenden, und die Achse ist jederzeit demontierbar so das ich bei bedarf an die Motoren komme.


Hinterachsaufhängung

Zuerst muß man mit der Säge und einem schaufen Bastelmesser einen entsprechenden Ausschnitt in den Hinterwagen sägen.

Ich habe zwei Aluminiumwinkel eingeklebt und verschraubt die dann die Pendelachse aufnehmen. Durch das einkleben wird der durch das Ausschneiden stark geschwächte Hinterwagen wieder stabilisiert.

In dei 3mm dicken Aluminiumwinkel habe ich zur aufnahme der Achswelle zwei 6mm DU-Anschlagbuchsen eingepresst.

und so sieht es aus wenn die Ache montiert ist. Die Verschränkung ist auch ganz ordentlich.

Die 6mm VA-Welle ist in der Ache geklemmt und in den DU-Bchsen gelagert. Zwischen den Motoren ist noch genau so viel Platz das die Welle dazwischen passt.

Zum Schluß wird der Innenraum noch mit einem gekanteten 1mm Blech gegen eingringenden Schmutz geschützt.


Lenkung

Der Arbeitsplatz für das Lenkservo ist vorbereitet. Die Rückwand des Vorderwagens habe ich mit Alublechen verstärkt.

Ich verwende ein 7,5 Kg Servo (Simprop SES 750 BB).

Der Vorderwagen muß zur Aufnahme des Servor ausgescnitten werden. Das Servo schaut dann unten etwas raus, was eigentlich nicht weiter stört.

Normalerweise wird der Hinter- und der Vorderwagen durch das Aufsetzen des Vorderwagenoberteils verbunden.
Durch das Anbringen der Aluplatte auf der Rückseite des Vorderwagens, kann ich jetzt die beiden Teile so zusammenbauen.

Das Aluklötzchen hat ein 14mm Loch und kann zum trennen der beiden Wagenhälften abgeschraubt werden.

So zusammengebaut sieht das ganze schon nach Radlader aus.


Antrieb für Schaufelhub

Als Antrieb für den Hubmast habe ich einen RB-Motor von Conrad eingesetzt, das Planetengetriebe hat eine Übersetzung von 1:600.
Der Hubarm auf der Welle lauft in den Endstellungen auf Mikroschalter die den Weg begrenzen.

Im eingebauten Zustand schaut der Hebel aus der Frontplatte des Vorderwagens. Dort greift er in den zweiten Hebel der den Hubmast anhebt und senkt.
Der Vorderwagen ist an den neuralgischen Stellen mit Aluminiumblechen verstärkt so das das Oberteil verschraubt werden konnte.

Von oben sieht man im Moment noch die Mechanik, die wird aber später weitgehend von dem "Zylinder" der die Schaufel kippt verdeckt.


Antrieb für die Schaufelkippung

Als Antrieb für die Schaufel habe ich einen Getriebe-Motor von Conrad eingesetzt.
Der Motor wird im Hubgerüst plaziert und mit den Hebeln aus Messingblech wird dann die Schaufel bewegt.

Der Motor ist wie für den Bruder gemacht, ich musste nur ein bisschen mit dem Drehmel nachhelfen und schon passt er direckt unter die Quertraverse im Hubgerüst.

Da ich ungerne Sachen verklebe die ich nie wieder ausbauen kann habe ich den Motor gut mit Vaseline eingeschmiert, so das ich mit dem Kleber quasi nur eine form schlüssige Verbindung schaffe.

Ich habe viel Stabilit Express in den Hubarm geschmiert, den Motor eingesetzt und dann das Ganze umgedreht so das der Kleber auf den Motor läuft, so schaffe ich eine vernünftige Auflage.

Der spannende Moment, nach dem Entnehmen des Motors schaut die Auflage doch recht gut aus.

Die Endschalter schraube ich mit M2 Schrauben direkt in den Zwischenhebel so das sie an der quer Traverse schalte.

Die micro Schalter passen sehr gut in den Hebel.

Und so schaut das Ganze dann eingebaut aus! Leider mußte ich feststellen das die Kraft der Schaufel so nicht ausreicht, sie ist zwar sehr schnell, aber leider ein bischen schlapp.

Hier ein Video was die Hub und Kippfunktion zeigt. Das Kippen ist noch ohne Zwischengetriebe!

Um der Schaufel mehr Kraft zu verleihen habe ich denn ein 4:1 Untersetzungsgetriebe eingebaut. Das Ritzel am Motor hat 10 Zähne, das Zahnrad auf der Welle hat 40 und alles im Modul 0,5. Wenn ich das mit der Untersetzung von vorne herein so vorgesehen hätte, würde ich das Getriebe natürlich direkt mit dem Motor auf eine gemeinsame Platte oder einen Rahmen setzen, das würde dann noch stabiler.
Jetzt passt die Kraft und auch die Geschwindigkeit ist, wie ich finde, wesentlich realistischer.
Und das Beste ist das ich an den Endschaltern nichts ändern muss.

Ich hab jetzt noch einen Dummy Hydraulikzylinder eingebaut, der ein bischen von der Mechanik ablenken soll. Da hat ein Faserschreiber und ein Stück einer Antenne dran glauben müssen.

Hier nun das Video was die Kippfunktion mit dem 4:1 Zwischengetriebe zeigt, der Zylinder verdeckt die Mechanik zum großen Teil!


Restarbeiten und Lackierung

Da jetzt alles funktioniert habe ich die Kiste wieder auseinander gerissen, um die Restarbeiten zu erledigen und die Lackierung vorzubereiten.

Die Lagerstellen am Hubmast und den Gelenken habe ich mit 4mm Messing Röhrchen ausgebuchst. Ich habe die Röhrchen mit Stabilit Express eingeklebt und anschliesend noch mit 1,5mm Stiften gesichert.

In das Hubgerüst habe ich jetzt einfach 10mm x 10mm Balsaholz Vierkantleisetn mit Sekundenkleber eingeklebt, so wurde aus dem recht einfach zu verdrehenden U-Profilen stabile Kasten-Profile.

Im Vorderwagen habe ich alle nicht benötigten Öffnungen geschlossen, denn jedes Sandkorn das ich vom Getriebe fernhalten kann, ist ein Gutes!
Außerdem wird der Vorderwagen dadurch noch stabiler, aufpassen muß man nur das man die Bewegungsfreiheit des Hubmastes nicht einschränkt.

Die Teile sind lackiert und es geht an den Zusammenbau. Mir ist es wichtig die Kunststoffoptik zu beseitigen und da bietet sich das Lackieren natürlich an. Außerdem wollte ich das ich der Radlader zumindest farblich von den üblichen Bruder Radladern abhebt.

Am Hubgerüst habe ich die Mechanik und die Kabel weitgehend verstecken können und der Pseudo Hydraulikzylinder mit seinen Hydraulikschläuchen lenkt den Blick auch weg von der Mechanik.

Ich habe die 3 Regler und einen Hauptschalter auf eine Kunststoffplatte geschraubt die dann in den Hinterwagen kommt.
Über diese Platte wird auch der Strom verteilt, für BEC, Licht, Regler u.s.w.

Auch der Fahrer hat Platz genommen, ich habe ihn aus der Dickie Walze "abgeworben" leider musste ich Ihm die Unterschenkel ca. 1,5cm amputieren, er hat es aber überlebt

In das Dach der Kabine habe ich die Kabel für die Arbeitsscheinwerfer verlegt.
Die Antenne des Empfängers habe ich in Schlaufen ebenfalls im Dach verlegt und das Ende an eine M3 Schraube gelötet die dann durch das dach geht und eine kurze Antenne aufnimmt.

Die Elektrik ist verlegt, bis alle Lichter und Regler installiert waren habe ich Stunden lang gelötet und Kabel verlegt

Das ist das Ergebniss der ganzen Mühen!

Hier ist nun ein Video vom ersten Einsatz!
Leider stellte sich heraus das der Schaufelantrieb immer noch zu schwach ist.

Und hier noch mal beim Winterdienst!