Jif.65

mein erstes Regattaboot

Nachdem ich meinen Optimisten fertig gebaut hatte reifte in mir der Gedanke mal ein richtiges Segelboot zu bauen, um mehr über das Segeln zu lernen. Es sollte ein richtiges Boot mit Groß- und Focksegel werden, anfangs überlegte ich noch ob ich mir nicht lieber eine Micro Magic von Graupner kaufen soll, aber nach reiflicher Überlegung und abwägen der Vor- und Nachteile der verschiedenen Bootsklassen (MM, Basic Jolle, RG-65, IOM, Marblehead, International Ten Rater) beschloß ich eine RG-65 Jacht zu bauen.

Ich habe mich für eine RG-65 und die Jif.65 entschieden weil,
  1. das Boot mit 65cm Länge noch gut zu transportieren ist.
  2. ein Segelservo ausreicht und keine Winde benötigt wird.
  3. die Webseite der RG-65 open viel Informationen bietet.
  4. auf RG65Wiki viele interessante Bauberichte und Tips zu finden sind.
  5. der Bauplan zum kostenlosen Download im Netz steht Baupläne
  6. die Jif.65 ein Knickspannter ist und so der Bau nicht zu schwierig wird.

Genug der Worte jetzt kommt der Baubericht!

Das Ausdrucken des Planes war schon die erste Herausforderung, hierbei muß unbedingt darauf geachtet werden das keine Größenanpassung am Drucker eingestellt ist, alles muß im Maßstab 1:1 ausgedruckt werden und die einzelnen Blätter der größeren Teile wie Draufsicht, Planken, Segel u.s.w. müssen sorgfältig aneinander geklebt werden.


Jif.65 Baubrett mit Spanten Die Umrisse der Spannten habe ich auf 2mm Sperrholz übertragen und ausgesägt. Die Aussparungen in den Spannten hätte ich ruhig größer machen können, das währe immer noch stabil genug. Besonders den 2. Spannt hätte ich auch aussparen sollen, na ja.
Die Spannten habe ich auf dem mit Frischhaltefolie abgedeckten Plan mit Hilfe von 10mm x 10mm Vierkantleistchen rechtwinklig ausgerichtet und mit Nadeln fixiert.


Jif.65 ausschneiden der Planken Ein Grund warum die Entscheidung für die Jif.65 gefallen ist seht ihr hier, es werden nur 4 Planken benötigt!
Die Planken habe ich aus 1,5mm Sperrholz aus dem Baumarkt geschnitten und sauber verschliffen. Wenn die Planken genau so wie auf dem Plan gezeichnet ausgeschnitten werden passen sie sehr gut, so das kaum Nacharbeit von Nöten ist.


Jif.65 aufkleben der Planken Da ich das Boot im Holzoptik bauen möchte habe ich die Planken vor dem Verkleben gebeitzt. Das ist wichtig, da das Holz nach dem Verkleben an den Klebestellen keine Beize mehr aufnimmt.
Ich habe zuerst die seitlichen Planken mit Sekundenkleber aufgeklebt, dabei wird der Rumpf schon recht stabil, so das die so angebrachten Planken an den Stoßkanten leicht schräg geschliffen werden können, so das die Klebefläche für die oberen Planken vergrößert wird. Dies habe ich dann mit Ponal Weißleim verklebt und mit Klebebandstücken auf den Spannten und an den bereits verklebten Planken bis zum Trocknen des Klebers fixiert.


Jif.65 Rumpfschale Nachdem der Kleber trocken ist kann man die Rumpfschale vom Baubrett abnehmen. Wenn man sauber gearbeitet hat sind alle Plankenstöße dicht verklebt, falls nicht (wie bei mir) werden von innen, mit Weißleim die letzten Löcher verschlossen.
Es ist schon erstaunlich wie stabil die Rumpfschale jetzt schon ist.


Jif.65 Unterseite Auf der Außenseite habe ich die Planken verschliffen und die letzten Fugen mit Spachtelmasse gefüllt. Die Knicke des Knickspanters habe ich möglichst scharfkantig geschliffen, da dadurch die Segeleigenschaften des Bootes verbessert werden sollen.


Jif.65 Einzelteile von Schwert und Ruder Als nächstes habe ich das Schwert und das Ruder angefangen. Laut Plan soll das Schwert aus 2mm Aluminium hergestellt werden, ich habe mich aber für ein profiliertes Schwert aus 1mm Sperrholzplatten entschieden. Die Einzelteile habe ich nach Plan ausgeschnitten, ich habe noch Verstärkungen aus Kohlefaserstäben mit eingelegt, das währe aber wahrscheinlich nicht notwendig. Im oberen Bereich das Schwertes habe ich 2mm Balsaholzbrettchen eingelegt um einen flachen Bereich zu erhalten der dann sauber in die Schwerttasche eingepaßt werden kann.


Jif.65 verkleben von Schwert und Ruder Verklebt habe ich die Einzelteile dann mit reichlich 24 Stunden Epoxydharz, wichtig ist auch das alle Holzteile im inneren des Schwertes und des Ruders komplett mit Harz bestrichen sind um sie vor eindringendem Wasser zu schützen.
Dann braucht man viele Klammern um die Seitenteile in die richtige Form zu bringen.


Jif.65 Ruder Die Oberseite des Ruders habe ich mit Balsaholz ausgefüllt und das Ganze verschliffen, die Form des Ruders ist auf diesem Bild sehr schön zu sehen.
Die Ruderwelle ist ein 2mm Messing Rundmaterial, also ist das Ruder an der dicksten Stelle 4mm breit.


Jif.65 Schwert Hier sieht man die Unterseite des Schwertes mit den Kohleeinlagen, diese habe ich überstehen lassen das ich daran das Kielblei befestigen kann.


Jif.65 Die Bleibombe Bei RT-Sails habe ich das Bleigewicht und noch andere Dinge gekauft.
Es hat eine ganze Zeit gedauert bis ich die Bleibombe durch Spachteln und Schleifen so in Form gebracht hatte, wie das geschafft war habe ich sie mit Stabilit Express an das Schwert geklebt.


Jif.65 Schwertkasten Den Schwertkasten habe ich aus 3mm dicken Kunststoffplatten und 4mm x 4mm Balsaleisten gebaut, beim verkleben mit Epoxy habe ich wieder auf die Versiegelung der Hölzer geachtet.
Der Schwertkasten ist ca. 15mm länger als die Enstecklasche am Schwert, so das der Kiel dann zum Trimmen des Bootes im Schwertkasten verschoben werden kann. Durch das Austauschen verschiedener Einlegeteile kann der Kiel von der im Plan angegebenen Position um 7,5 mm nach vorne oder hinten geschoben werden.


Jif.65 Pflicht Abweichend zu dem Plan habe ich eine Pflicht eingebaut, der Boden ist aus 1,5mm Sperrholz und die Seitenteile aus 2mm Balsaholz.
Natürlich habe ich die Hölzer vor dem Verkleben wieder gebeizt, und die Unterseite so wie das Bootsinnere im Bereich der Pflicht mit G4 PU-Grundierung gestrichen und so gegen Wassereinbruch geschützt.


Jif.65 Verstärkung für Wanden Am hinteren Ende des Schwertkastens habe ich eine 3mm x 10mm Balsaleiste quer in den Rumpf eingeklebt, diese dient als Auflage für das Deck, da in diesem Bereich auch die Zugangsöffnung für die RC-Komponenten sein wird.
Zwischen den mittleren Spant und die neue Querstrebe werden rechts und linke Verstärkungen aus 8mm x 8mm Kiefernleisten eingeklebt, da hier später die Ringschrauben für die Wandenspanner eingeschraubt werden.


Jif.65 RC-Brett Abweichend von dem Vorschlag im Bauplan habe ich ein RC-Brett vorgesehen, das ich bei Bedarf in einem Stück aus dem Boot nehmen kann. Das RC-Brett wird mit drei Schrauben im Boot befestigt und umschließt im vorderen Bereich den Schwertkasten.
Als Segelservo habe ich ein Simprop ses 750 vorgesehen, das für die anstehenden Aufgaben auf alle Fälle ausreichend ist. Für das Ruder ist ein einfaches 19 Gramm Servo ausreichend.


Jif.65 Vor dem Aufkleben des Decks muß die Rumpfoberseite plan geschliffen werden, hierzu habe ich einen Bogen Schleifpapier mit Klebeband auf die Werkbank geklebt, so kann ich den Rumpf ganz einfach und gleichmäßig plan schleifen.


Jif.65 Nachdem alles sauber verschliffen war habe ich die Unterseite des ausgeschnittenen Decks und die Innenseite des Rumpfes 2 mal mit G4 Harz gestrichen um alles Wasserfest zu machen.
Mit der dritten Schicht Harz habe ich dann direkt das Deck mit dem Rumpf verklebt. Hierbei hilft Klebeband sehr gut um die Teile zu fixieren.


Jif.65 Die Werkbank habe ich mit Klarsichtfolie gegen überlaufenden Kleber gesichert und dann den Rumpf zum Trocknen mit dem Deck nach unten auf die Folie gelegt und mit Gewichten beschwert. Wenn jetzt noch etwas zu viel Kleber an den Seitenwänden und den Spannten ist kann dieser nach unten aufs Deck laufen und so die Klebestelle verstärken.

Es geht noch weiter:
Als nächstes muß ich den Rumpf verschleifen und auch von außen gegen Feuchtigkeit schützen.
Sobald die nächsten Schritte gemacht sind werde ich den Baubericht fortsetzen!!