Anleitung zum Bau einer mittelalterlichen Axt




Autor: Hagen Wolleb Oktober 2002

Auf der Seite "Projekte" habe über eine Wikinger Axt berichtet, hier möchte ich euch nun eine genaue Anleitung geben wie ich die Axt gebaut habe.
Anhand dieser Anleitung kann sich jeder einigermaßen geschickte Bastler seine eigene Axt bauen.

Abwicklung zum Ausdrucken

Die Axt habe ich nach der nebenstehenden Zeichnung gebaut, die ihr euch einfach ausdrucken und vergrößern könnt.
Ich habe aber auch alle Maße eingetragen, so das Ihr euch eure eigene Axt zeichnen könnt.
Die Maße sollen natürlich nur eine Orientierungshilfe sein, selbstverständlich könnt ihr die Abmessungen nach belieben verändern.




    Ausschneiden der Einzelteile

Die beiden Einzelteile habe ich aus der Zeichnung ausgeschnitten und auf die Bleche Übertragen.
Das Blech für die Schneide ist 6mm dick, das Blech für den Axtkörper 4mm.
Das Ausschneiden geht mit einer Bandsäge sehr gut, wer keine Bandsäge zur Verfügung hat kann die Teile auch mit der Handsäge grob ausschneiden und mit dem Winkelschleifer auf Form bringen.

der Axtkörper ist gebogen

Die Abwicklung des Axtkörpers wird in U-Form gebogen so das die lichte Weite 20mm beträgt.
Die beiden Schenkel sollen möglichst symmetrisch sein. Geringe Abweichungen können später beim Schleifen egalisiert werden.


    Das erste Teil ist eingeschweißt


Mit einem Abstand von 40mm wird ein 3-4mm starkes leicht gebogenes Blech in den Axtkörper eingepaßt und festgeschweißt. In die Öffnung die entsteht wird später der Axtstiel eingepaßt.
Das Blech kann oben und unten ruhig etwas überstehen, da es Später sowieso verschliffen wird.


Die Schneide ist Angeschweißt

Die beiden Schenkel des Axtkörpers werden nun zusammen gebogen und stirnseitig miteinander verschweißt.
An das Schneidenblech wird beidseitig eine Nahtvorbereitung
( eine große Fase ) angebracht bevor sie mit dem Grundkörper verschweißt wird.

    weitere Einzelteile

Auf der Ober- und der Unterseite werden dreieckige Bleche eingepaßt und verschweißt, alle Spalte und Öffnungen weden zugeschweißt. Auf die Rückseite schweiße ich dann noch ein kleines 4mm Blech auf um die Wandstärke zu verdoppeln, das Aufdoppeln verstärkt den Eindruck es handele sich um eine geschmiedete Axt.



Die Schweißarbeiten sind abgeschlossen

Jetzt sind alle Schweißarbeiten ausgeführt und das Blatt kann verschliffen werden. Ich benutze zum Schweifen einen Winkelschleifer mit Fächerscheibe.
Die Fächerscheiben besitzen eine hohe Abtragsleistung so das das Schleifen schnell erledigt ist.


    Die fertige Axt


Der so erstellte Axtkörper läßt sich schön schlank ausschleifen.
nach dem Schleifen sind die Einzelteile praktisch nicht nehr zu sehen und die Axt ist von einer geschmiedeten kaum zu unterscheiden.





Der eingesezte Keil


In das Blatt wird ein Stiel eingepaßt und aufgekeilt, der Keil sollte aus dem gleichen Holz wie der Stiel gefertigt werden.
Am besten benutzt man Eschenholz für den Stiel, wer keine Esche zur Verfügung hat kann natürlich auch andere Hölzer benutzen.


    Die fertige Axt


Der Stiel war bei den mittelalterlichen Äxten länger als bei den heutigen, da sie nicht nur zum Holzspalten eingesetzt wurden.

Mit der so entstandenen Axt könnt ihr euch auf jeden Mittelaltermarkt sehen lassen !!

Durch das geringe Gewicht, je nach Form die ihr selbst verändern könnt, ist die Axt sehr handlich.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Bericht Mut machen es einmal selbst auszuprobieren.